Umfrage: Ergebnisse (Teil 1)

Umfrage: Ergebnisse (Teil 1)

Die Umfrage ist abgeschlossen, deshalb folgen nun wie angekündigt die Ergebnisse. Die Rohdaten der Umfrage sowie die hier verwendeten Grafiken stehen unter einer Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany Lizenz und sind unter http://blog.portableprivacy.org/daten/ abrufbar.

Hinweis zur Navigation: Einige der folgenden Angaben sind mit einem Link versehen. Nach dem Anklicken sollte sich die korrespondierende Grafik öffnen. Durch einen Klick außerhalb der Grafik wird diese wiederum ausgeblendet. Einige Grafiken sind Teil einer Bilderstrecke. In diesem Fall kann über die eingeblendeten Schaltflächen NEXT bzw. PREV vor- oder zurückgesprungen werden.

Wer hat teilgenommen?

Vorweggenommen: Der Großteil der Teilnehmer wird über den Blogeintrag auf netzpolitik.org und diverse Retweets bei Twitter auf die Umfrage aufmerksam geworden sein. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der überwiegende Teil der Befragten durchaus mehr mit dem Netz verwurzelt ist als der “Otto-Normal-Surfer”. Auch wenn es nicht der Schnitt durch die Gesellschaft ist, den man sich normalerweise wünschen würde, so haben aber doch diejenigen teilgenommen die tagtäglich im Netz unterwegs sind und schon alleine deswegen ein besonderes Interesse am Thema “Privatsphäre im Netz” haben dürften.

Insgesamt haben 1,661 über 13-jährige an der Umfrage “Privatsphäre im Netz” teilgenommen. Die Teilnehmer waren überwiegend männlich (82%) und über die Hälfte der Teilnehmer war zwischen 20 und und 30 Jahren alt.

Geschlecht, Alter Familienstand Kinder im Haushalt Herkunft nach Land

[Vollständige Liste]

50% der Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Umfrage voll- oder teilzeitbeschäftigt; 40% der Teilnehmer waren Schüler und Studenten.

Beschäftigung Bildung

[Vollständige Liste]

Privatsphäre – Allgemeine Fragen

Die Mehrheit der Befragten (82%) besitzt nach eigenen Angaben eine Definition für den Begriff der “Privatsphäre”, wiederum die Hälfte hiervon gab daraufhin eine Definition an. Vielfach wurde der Begriff mit dem Recht in Ruhe gelassen zu werden umschrieben. Hierzu gehört für viele, dass man in seinen eigenen vier Wänden ungestört ist und das dies ebenso im Netz zu gelten habe. Übertragen auf das Netz weist eine Vielzahl der Befragten darauf hin, dass Daten nur dann veröffentlicht werden sollten wenn sie dies ausdrücklich wünschen. Der Schutz persönlicher Daten im Netz hängt somit für viele eng mit der Wahrung der Privatsphäre zusammen. Vielfach fällt in diesem Zusammenhang auch Kritik an einer “zunehmender Kontrolle durch den Staat”.

Privatsphäre: Definition

Wie sehr den Befragten das Thema “Privatsphäre” am Herzen liegt lässt sich auch an der Frage nach ihrer Wichtigkeit/Bedeutung ablesen. Mehr als 98% ist Privatsphäre wichtig bis sehr wichtig und 86% der Befragten sind der Meinung, dass das Thema “Privatsphäre” im Internet auch noch weiter an Bedeutung hinzugewinnen wird. Ein klare Mehrheit der Befragten (93.5%) sieht das Internet jedoch auch als Beschleuniger für die Offenlegung persönlicher Daten. Fast ebenso viele (88.6%) stimmen der Aussage zu, dass in Zeiten der Terrorbekämpfung immer mehr Informationen von Bürgern eingefordert werden. Aber nicht nur auf staatlicher Seite vermutet der Großteil der Befragten eine Art “Sammelleidenschaft” wenn es um persönliche Daten geht. 92.9% der Befragten stimmen in puncto Datensparsamkeit zu, dass Unternehmen in der Regel mehr Daten erheben als dies eigentlich notwendig wäre. Dass im Internet Informationen vielfach leichtfertig preisgegeben werden empfindet eine klare Mehrheit von 95.2% und dass es hierauf besonders zu achten gilt (94.7%). Dennoch sieht rund die Hälfte der Befragten (47.9%) keinen Grund zu der Annahme, dass die Privatsphäre des Einzelnen unter den neuen Möglichkeiten zu leiden hat. Dass jeder selbst entscheiden kann, wie viele Informationen über einen preisgegeben werden, stimmen knapp mehr als die Hälfte der Befragten (52.6%) nicht zu.

Dem Großteil der Befragten ist Privatsphäre wichtig, in den eigenen vier Wänden wie auch im Netz. Aufgrund der öffentlichen Natur des Internets ist hier jedoch ein Spannungsfeld zu erkennen, zwischen dem sparsamen Umgang mit persönlichen Daten und der Vielzahl der Möglichkeiten die das Netz und seine Seiten und Plattformen bieten. Das Internet das Potential sich zu einer persönlichen Datenschleuder zu entwickeln. Aus den Antworten der Befragten lässt sich jedoch auch ablesen, dass ein bewusster Umgang mit den eigenen Daten das Gleichgewicht aus Möglichkeiten und Gefahren wahren kann. Unklar bleibt an dieser Stelle leider wie diese Kompetenz erworben werden kann und ob dies lediglich in der Verantwortung des Einzelnen liegt oder ob Internetdienste (besonders bei jüngeren Nutzern) hier in der Pflicht stehen.

Wie wichtig ist Ihnen Privatsphäre? Privatsphäre: Wird sie an Bedeutung hinzgewinnen? Privatsphäre: Einschränkung durch Kampf gegen den Terror? Privatsphäre: Erheben Unternehmen mehr Daten als notwendig?
Privatsphäre: Das Internet als Beschleuniger Privatsphäre: Leichtfertige Veröffentlichung persönlicher Daten? Privatsphäre: Leidet die Privatsphäre unter den neuen Möglichkeiten? Privatsphäre: Öffentliche Zugänglichkeit persönlicher Daten
Privatsphäre: Selbstverantwortung

[Vollständige Liste]

Fragen zur Internetnutzung

Um einen Eindruck davon zu erhalten, welchen Stellenwert das Internet im Alltag der Teilnehmer einnimmt wurden mehrere Fragen zur Internetnutzung gestellt. Rund drei Viertel der Befragten verbringt täglich insgesamt zwischen 3 bis 12 Stunden im Internet und nutzt dieses dann überwiegend privat wie auch beruflich.

Rund ein Drittel der Befragten (32%) geht von zuhause aus ins Internet, fast ebenso viele (35.7%) gehen vom Arbeitsplatz bzw. der Schule oder Universität ins Netz. Ein weiteres Drittel der Befragten (34.6%) geht auch unterwegs – entweder an öffentlichen Plätzen, mit einem Mobiltelefon oder einem mobilen Internetzugang (z.B. Surf-Stick) ins Internet. Wenn dann im Internet gesurft wird so hat die Mehrheit der Befragten (98%) Seiten oder Dienste welche regelmäßig besucht werden. Am häufigsten wurden hierbei fachspezifische Blogs, Nachrichtenportale, webbasierte Kalender- und Mail-Dienste sowie Seiten von Suchmaschinenanbietern angegeben.

Über 80% der Befragten verfügt bei mindestens 5 Internetdiensten über ein Benutzerkonto, die Hälfte hiervon sogar mehr als 20. Rund die Hälfte der Befragten arbeitet in einem Unternehmen welches mit bzw. im Internet Geld verdient. Drei Viertel der Teilnehmer gibt an, sich im Internet regelmäßig über rechtliche Rahmenbedingungen auf dem Laufenden zu halten. Über 60% der Teilnehmer gibt an, einen Teil des Bekanntenkreises über das Internet zu kennen. Für 97.3% der Teilnehmer ist das Internet fester Bestandteil des Tagesablaufs und für 87.1% der Teilnehmer ist ein Leben ohne Internet mittlerweile kaum mehr vorstellbar. Knappe mehr als die Hälfte der Befragten nutzen das Internet um auch persönliche Inhalte zu veröffentlichen. Inwiefern dies öffentlich geschieht. Das Internet ist somit fester Bestandteil des Alltags in dem auch soziale Verbindungen gepflegt werden.

Nutzungsdauer und -häufigkeit Für welche Zwecke wird das Internet verwendet? Ort der Nutzung Gibt es Internetseiten, welche Sie regelmäßig besuchen?
Wie viele Benutzerkonten sind auf dem Konto? Verdient das Unternehmen mit dem Internet Geld? Stets über Rechtliche Rahmenbedingungen auf dem Laufenden Einen Teil meines Bekanntenkreises kenne ich über das Internet
Kein Leben ohne Internet? Im Internet veröffentliche ich Inhalte meines Alltags Das Internet als fester Bestandteil des Tagesablaufs

[Vollständige Liste]

Aufgrund des Umfangs der Umfrage werden die Ergebnisse in zwei separaten Blogeinträgen schriftlich vorgestellt. Grafiken sind jedoch jetzt für die gesamte Umfrage unter der Seite “Daten” abrufbar.

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One Comment

  1. Posted August 17, 2009 at 01:01 | Permalink

    Das genialste an diese Umfrage sind nicht nur die Daten, die erhoben wurden (und somit endlich mal eine verlässliche Bewertungsgrundlage geschaffen wurde), sondern dass die Daten unter einer freien Lizenz stehen!

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