Bewerber unter der Lupe

Umfrage: Ergebnisse (Teil 2)

tagesschau.de berichtet heute von einer Studie die vom Verbraucherministerium in Auftrag gegeben wurde. Danach nutzt rund ein Viertel der befragten Unternehmen (28 Prozent) um im Netz nach Spuren der Bewerber zu suchen. 50 Prozent tun dies sogar schon bei der Vorauswahl.

Wenn Bewerber im Netz über Hobbies oder soziales Engagement berichten wird dies überwiegend positiv bewertet – Partybilder kommen bei fast der Hälfte der Betriebe jedoch negativ an.

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), warnt die Bürger deshalb vor einem allzu freizügigen Umgang mit persönlichen Informationen im Internet. (via Haltungsturnen)

Dass Daten aus Sozialen Netzwerken und Web 2.0 Diensten bei der Auswahl von Bewerbern zu Rate gezogen werden ist schon lange ein offenes Geheimnis. Unbedachte Tweets und Besuche bei Facebook während der Krankschreibung sollen schon Jobs gekostet haben. Der Arbeitgeber surft also mit. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass auch nach potenziellen Arbeitnehmern noch vor dem ersten Einstellungsgespräch gegoogelt wird.

So sehen es auch die Teilnehmer der Umfrage “Privatsphäre im Netz”. Rund ein Viertel (45,5 Prozent) halten es für eher bis sehr wahrscheinlich, dass ihre Daten aus dem Netz auch für die Klärung von Personalfragen verwendet werden.

Missbrauch: Bewerberauswahl

Neben der Frage, für wie wahrscheinlich es gehalten wird, dass Inhalte aus dem Netz von Unternehmen zur Personalauswahl verwendet werden, wurde auch die Frage gestellt, worüber und wo geschrieben wird. Demnach berichtet mehr als die Hälfe der bloggenden Teilnehmer über ihr Privatleben und ein Viertel schreibt in privat geführten Weblogs über Berufliches. Die Mehrheit der bloggenden Teilnehmer schreibt in ihren privaten Blogs über Hobbies und Interessen (Hobbies: 73,8 Prozent, Interessen: 80,2 Prozent).

Wenn also in private Blogs geschrieben wird, dann über Folgendes:

Inhalte: Worüber wird vorzugsweise in privaten Blogs geschrieben?

Inhalte: Worüber wird vorzugsweise in privaten Blogs geschrieben?

Blog-Inhalte (gesamt/bloggend)

Blog-Inhalte (gesamt/bloggend)

[Vollständige Liste]

Die Rohdaten der Umfrage sowie die hier verwendeten Grafiken stehen unter einer Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany Lizenz und sind unter http://blog.portableprivacy.org/daten/ abrufbar.

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Umfrage: Ergebnisse (Teil 1)

Umfrage: Ergebnisse (Teil 1)

Die Umfrage ist abgeschlossen, deshalb folgen nun wie angekündigt die Ergebnisse. Die Rohdaten der Umfrage sowie die hier verwendeten Grafiken stehen unter einer Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany Lizenz und sind unter http://blog.portableprivacy.org/daten/ abrufbar.

Hinweis zur Navigation: Einige der folgenden Angaben sind mit einem Link versehen. Nach dem Anklicken sollte sich die korrespondierende Grafik öffnen. Durch einen Klick außerhalb der Grafik wird diese wiederum ausgeblendet. Einige Grafiken sind Teil einer Bilderstrecke. In diesem Fall kann über die eingeblendeten Schaltflächen NEXT bzw. PREV vor- oder zurückgesprungen werden.

Wer hat teilgenommen?

Vorweggenommen: Der Großteil der Teilnehmer wird über den Blogeintrag auf netzpolitik.org und diverse Retweets bei Twitter auf die Umfrage aufmerksam geworden sein. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der überwiegende Teil der Befragten durchaus mehr mit dem Netz verwurzelt ist als der “Otto-Normal-Surfer”. Auch wenn es nicht der Schnitt durch die Gesellschaft ist, den man sich normalerweise wünschen würde, so haben aber doch diejenigen teilgenommen die tagtäglich im Netz unterwegs sind und schon alleine deswegen ein besonderes Interesse am Thema “Privatsphäre im Netz” haben dürften.

Insgesamt haben 1,661 über 13-jährige an der Umfrage “Privatsphäre im Netz” teilgenommen. Die Teilnehmer waren überwiegend männlich (82%) und über die Hälfte der Teilnehmer war zwischen 20 und und 30 Jahren alt.

Geschlecht, Alter Familienstand Kinder im Haushalt Herkunft nach Land

[Vollständige Liste]

50% der Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Umfrage voll- oder teilzeitbeschäftigt; 40% der Teilnehmer waren Schüler und Studenten.

Beschäftigung Bildung

[Vollständige Liste]

Privatsphäre – Allgemeine Fragen

Die Mehrheit der Befragten (82%) besitzt nach eigenen Angaben eine Definition für den Begriff der “Privatsphäre”, wiederum die Hälfte hiervon gab daraufhin eine Definition an. Vielfach wurde der Begriff mit dem Recht in Ruhe gelassen zu werden umschrieben. Hierzu gehört für viele, dass man in seinen eigenen vier Wänden ungestört ist und das dies ebenso im Netz zu gelten habe. Übertragen auf das Netz weist eine Vielzahl der Befragten darauf hin, dass Daten nur dann veröffentlicht werden sollten wenn sie dies ausdrücklich wünschen. Der Schutz persönlicher Daten im Netz hängt somit für viele eng mit der Wahrung der Privatsphäre zusammen. Vielfach fällt in diesem Zusammenhang auch Kritik an einer “zunehmender Kontrolle durch den Staat”.

Privatsphäre: Definition

Wie sehr den Befragten das Thema “Privatsphäre” am Herzen liegt lässt sich auch an der Frage nach ihrer Wichtigkeit/Bedeutung ablesen. Mehr als 98% ist Privatsphäre wichtig bis sehr wichtig und 86% der Befragten sind der Meinung, dass das Thema “Privatsphäre” im Internet auch noch weiter an Bedeutung hinzugewinnen wird. Ein klare Mehrheit der Befragten (93.5%) sieht das Internet jedoch auch als Beschleuniger für die Offenlegung persönlicher Daten. Fast ebenso viele (88.6%) stimmen der Aussage zu, dass in Zeiten der Terrorbekämpfung immer mehr Informationen von Bürgern eingefordert werden. Aber nicht nur auf staatlicher Seite vermutet der Großteil der Befragten eine Art “Sammelleidenschaft” wenn es um persönliche Daten geht. 92.9% der Befragten stimmen in puncto Datensparsamkeit zu, dass Unternehmen in der Regel mehr Daten erheben als dies eigentlich notwendig wäre. Dass im Internet Informationen vielfach leichtfertig preisgegeben werden empfindet eine klare Mehrheit von 95.2% und dass es hierauf besonders zu achten gilt (94.7%). Dennoch sieht rund die Hälfte der Befragten (47.9%) keinen Grund zu der Annahme, dass die Privatsphäre des Einzelnen unter den neuen Möglichkeiten zu leiden hat. Dass jeder selbst entscheiden kann, wie viele Informationen über einen preisgegeben werden, stimmen knapp mehr als die Hälfte der Befragten (52.6%) nicht zu.

Dem Großteil der Befragten ist Privatsphäre wichtig, in den eigenen vier Wänden wie auch im Netz. Aufgrund der öffentlichen Natur des Internets ist hier jedoch ein Spannungsfeld zu erkennen, zwischen dem sparsamen Umgang mit persönlichen Daten und der Vielzahl der Möglichkeiten die das Netz und seine Seiten und Plattformen bieten. Das Internet das Potential sich zu einer persönlichen Datenschleuder zu entwickeln. Aus den Antworten der Befragten lässt sich jedoch auch ablesen, dass ein bewusster Umgang mit den eigenen Daten das Gleichgewicht aus Möglichkeiten und Gefahren wahren kann. Unklar bleibt an dieser Stelle leider wie diese Kompetenz erworben werden kann und ob dies lediglich in der Verantwortung des Einzelnen liegt oder ob Internetdienste (besonders bei jüngeren Nutzern) hier in der Pflicht stehen.

Wie wichtig ist Ihnen Privatsphäre? Privatsphäre: Wird sie an Bedeutung hinzgewinnen? Privatsphäre: Einschränkung durch Kampf gegen den Terror? Privatsphäre: Erheben Unternehmen mehr Daten als notwendig?
Privatsphäre: Das Internet als Beschleuniger Privatsphäre: Leichtfertige Veröffentlichung persönlicher Daten? Privatsphäre: Leidet die Privatsphäre unter den neuen Möglichkeiten? Privatsphäre: Öffentliche Zugänglichkeit persönlicher Daten
Privatsphäre: Selbstverantwortung

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Fragen zur Internetnutzung

Um einen Eindruck davon zu erhalten, welchen Stellenwert das Internet im Alltag der Teilnehmer einnimmt wurden mehrere Fragen zur Internetnutzung gestellt. Rund drei Viertel der Befragten verbringt täglich insgesamt zwischen 3 bis 12 Stunden im Internet und nutzt dieses dann überwiegend privat wie auch beruflich.

Rund ein Drittel der Befragten (32%) geht von zuhause aus ins Internet, fast ebenso viele (35.7%) gehen vom Arbeitsplatz bzw. der Schule oder Universität ins Netz. Ein weiteres Drittel der Befragten (34.6%) geht auch unterwegs – entweder an öffentlichen Plätzen, mit einem Mobiltelefon oder einem mobilen Internetzugang (z.B. Surf-Stick) ins Internet. Wenn dann im Internet gesurft wird so hat die Mehrheit der Befragten (98%) Seiten oder Dienste welche regelmäßig besucht werden. Am häufigsten wurden hierbei fachspezifische Blogs, Nachrichtenportale, webbasierte Kalender- und Mail-Dienste sowie Seiten von Suchmaschinenanbietern angegeben.

Über 80% der Befragten verfügt bei mindestens 5 Internetdiensten über ein Benutzerkonto, die Hälfte hiervon sogar mehr als 20. Rund die Hälfte der Befragten arbeitet in einem Unternehmen welches mit bzw. im Internet Geld verdient. Drei Viertel der Teilnehmer gibt an, sich im Internet regelmäßig über rechtliche Rahmenbedingungen auf dem Laufenden zu halten. Über 60% der Teilnehmer gibt an, einen Teil des Bekanntenkreises über das Internet zu kennen. Für 97.3% der Teilnehmer ist das Internet fester Bestandteil des Tagesablaufs und für 87.1% der Teilnehmer ist ein Leben ohne Internet mittlerweile kaum mehr vorstellbar. Knappe mehr als die Hälfte der Befragten nutzen das Internet um auch persönliche Inhalte zu veröffentlichen. Inwiefern dies öffentlich geschieht. Das Internet ist somit fester Bestandteil des Alltags in dem auch soziale Verbindungen gepflegt werden.

Nutzungsdauer und -häufigkeit Für welche Zwecke wird das Internet verwendet? Ort der Nutzung Gibt es Internetseiten, welche Sie regelmäßig besuchen?
Wie viele Benutzerkonten sind auf dem Konto? Verdient das Unternehmen mit dem Internet Geld? Stets über Rechtliche Rahmenbedingungen auf dem Laufenden Einen Teil meines Bekanntenkreises kenne ich über das Internet
Kein Leben ohne Internet? Im Internet veröffentliche ich Inhalte meines Alltags Das Internet als fester Bestandteil des Tagesablaufs

[Vollständige Liste]

Aufgrund des Umfangs der Umfrage werden die Ergebnisse in zwei separaten Blogeinträgen schriftlich vorgestellt. Grafiken sind jedoch jetzt für die gesamte Umfrage unter der Seite “Daten” abrufbar.

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5. Digitales Aikido der GPF

Die German Privacy Foundation lädt heute Abend zum 5. Digitalen Aikido in das Berliner dotplex ein. Dieses Mal soll über den Inhalt der “Zugangserschwernis” gesprochen werden, über den potentiellen Missbrauch der Zensur-Infrastruktur und über Möglichkeiten, weiterhin unzensierten Zugang zu Informationen zu erlangen und Informationen unzensiert zu publizieren.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Über die German Privacy Foundation e.V.

Der gemeinnützige Verein German Privacy Foundation e.V. informiert über sichere Kommunikation im Internet und organisiert und unterstützt Weiterbildungs- und Aufklärungmaßnahmen für Erwachsene und Jugendliche. Die GPF steht mit Experten für Anfragen zu den Themen Kryptographie (insbesondere Verschlüsselung von E-Mails) und Anonymität im Internet (zum Beispiel Tor-Server, Java Anon Proxy, anonyme Remailer) zur Verfügung. Darüberhinaus betreibt der Verein im Internet zahlreiche Anonymisierungsdienste zur kostenlosen Nutzung.

(Quelle: http://www.privacyfoundation.de/vereinsprofil/)

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Ende der Umfrage am 15. Juli

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Original “Woolworths” veröffentlicht von Gordon Joly unter einer Creative Commons Lizenz

In der Nacht von morgen (15. Juni) auf übermorgen wird die Umfrage “Privatsphäre im Netz” geschlossen. Es besteht bis dahin also noch die Möglichkeit an der Umfrage teilzunehmen.

Der Termin als solches wurde im Vorfeld absichtlich nicht benannt. Erfahrungsgemäß schiebt die oder der eine die Beantwortung eines solchen Fragebogens schon mal gerne auf die lange Bank. Die Anzahl der Teilnehmer zeigt aber, dass eine Umfrage durchaus auch ohne Endtermin auskommen kann.

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Podiumsdiskussion: Lebe lieber digital.

Ein kurzer Hinweis auf eine Veranstaltung: Im Museum für Kommunikation Berlin wird es am 7. Juli eine Podiumsdiskussion zur sich verändernden Privatsphäre im Netz geben. Das scheint interessant zu werden.

Weitere Informationen lassen sich hier finden.

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You’ve been netzpolitiked!

Heute Mittag war plötzlich alles Schwarz. Nach einem Blog-Post bei netzpolitik.org zur Umfrage “Privatsphäre im Netz” und nicht wenigen Tweets und Retweets auf Twitter brach der Umfrage-Server unter der Last der Besucher zusammen. Während der zwei Stunden, in denen mein Hoster geistesgegenwärtig die gesamte Webpräsenz auf einen anderen, leistungsstärkeren Server umsiedelte, war weder dieses Blog noch die Umfrage selbst erreichbar.

Das schönste Zitat was ich heute sinngemäß als Reaktion hierauf erhielt: “You’ve been netzpolitiked!”

Für den Umfrage-Server bot sich daraufhin Hilfe via Twitter an. Dank @maxheadroom hat die Umfrage unter http://survey.explain-it.org/limesurvey/index.php?sid=75687 nun eine neue, zuverlässige Heimat gefunden. Alle Umfragen, die bis zum Totalausfall vollständig ausgefüllt wurden, konnten auf den neuen Server portiert werden. Mein Entschuldigung gilt allen, die während des Ausfüllens der Umfrage unsanft vom Absturz des Servers unterbrochen wurden.

An dieser Stelle schon jetzt vielen Dank an alle, die bereits an der Umfrage teilgenommen haben und auf Twitter oder in ihren Blogs darauf hingewiesen haben. Die Anzahl vollständig ausgefüllter “Fragebögen” hat bisher meine Erwartungen bei weitem übertroffen – genauso wie das umfangreiche Feedback zur Umfrage selbst.

Ich danke Euch fürs Mitmachen und fürs Weitersagen!

Dennoch – es geht weiter. Jedem, dem das Thema am Herz liegt, über ein Blog oder Micro-Blog verfügt oder in einem Social Network (wie z.B. StudiVZ oder Facebook) organisiert ist, lade ich ein den Link zur Umfrage an Freunde und Bekannte weiterzuleiten. Zu diesem Zweck habe ich auf der Unterseite Weitersagen! ein Auswahl an Bannern und Buttons zur Verfügung gestellt, die sich einfach (zum Beispiel in der Sidebar eines Blogs) einbinden lassen.

Der Server, der unter anderem dieses Blog bereitstellt, wird heute Nacht für Umzugsarbeiten teilweise nicht erreichbar sein. In dieser Zeit kann es auch dazu kommen, dass die eingebundenen Banner und Buttons nicht ordnungsgemäß angezeigt werden. Ab spätestens 6 Uhr sollte dann aber wieder alles an Ort und Stelle sein. Die Umfrage ist von diesem Ausfall jedoch nicht betroffen!

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Umfrage “Privatsphäre im Netz” gestartet

Die Umfrage “Privatsphäre im Netz” im Rahmen meiner Masterarbeit mit dem Titel “Portable Privacy” soll Aufschluss darüber geben, was Internetnutzer unter dem Begriff “Privatsphäre” verstehen und wie sie mit ihr umgehen.

Diese Umfrage ist nun in deutscher und englischer Sprache freigeschaltet.

Weitere Informationen zur Umfrage selbst stehen unter http://blog.portableprivacy.org/umfrage/ zur Verfügung.

Die Umfrage endete am 15. Juli.


The survey “Privacy on the Web” is part of my Master’s thesis, entitled “Portable Privacy”, and seeks information about what internet users understand by the term “privacy” and how they deal with it.

This survey is now available in German and English.

More information about the survey itself can be obtained at http://blog.portableprivacy.org/umfrage/.

The survey ended on 15 July.

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